Kammerchor Crailsheim

Chor and More

Gesang – und kein Geklingel

16.12.15 (Allgemein)

von RALF SNURAWA

Ausdrucksvollen Gesang bot der Kammerchor Crailsheim bei drei Weihnachtskonzerten in Crailsheim und Umgebung.

Ausdrucksvollen Chorgesang abseits vom vorweihnachtlichen Trubel und weihnachtlichem Liedergeklingel bot der Kammerchor Crailsheim in der gut besuchten Bonifatiuskirche. Am Ende des ersten von insgesamt drei Konzerten – weitere Auftritte in der Peter-und-Paulskirche in Honhardt und in der Veitkirche in Wallhausen folgten am vergangenen Wochenende – stimmten die Konzertbesucher in Crailsheim nach langem Applaus beherzt in „O du fröhliche“ ein. Der Kammerchor bot dazu ausschmückende Stimmen. Ein vielstimmiges, anrührendes Miteinander entstand. Dass Chorleiterin Bettina Kartak auch dabei nicht das schlichte Melodiesingen gewählt hatte, war angesichts der sehr verschiedenen, oft komplexen Chorsätze, die zuvor zu hören waren, nicht verwunderlich. Eröffnet wurde der Reigen mit „Machet die Tore weit“, allerdings nicht in der bekannten barocken Fassung von Andreas Hammerschmidt, sondern mit Immanuel Faißts romantischem Nachschlag. Zartes Ineinandergreifen der Stimmen folgte mit dem Adventslied „Veni, veni Emmanuel“ in einem Chorsatz von Zoltán Kodály. Stark verdichtet wirkten die Stimmen zu Johannes Brahms‘ „Es flog ein Täublein weiße“. Der Kammerchor interpretierte das Stück ruhig und sehr empfunden. Besonders hell geschärft und wie ein klangliches Öffnen erschien dadurch im Anschluss Javier Busto Sagrados „Ave Maria“. Als spannungsreich erwies sich zu Beginn Günter Raphaels Version von „Nun singet und seid froh“: Frauen- und Männerstimmen wurden gegeneinandergestellt. Zarte, leicht verzückt klingende Arabesken in den Sopranen lockerten den Satz später ebenso auf wie weich und warm getönte Bässe. Klar waren die Stimmen im imitatorisch angelegten „Vom Himmel kam der Engel Schar“ von Ernst Pepping gehalten. Sanft empfunden und ausdrucksvoll trugen die Chorsänger „Süßer die Glocken nie klingen“ vor. Verzierendes Stimmranken in Alt, Tenor und Bass war zu „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ im Chorsatz von Johann Sebastian Bach zu vernehmen. Chorisches Aufblühen erlebte das Publikum mit Max Bruchs „In der Christnacht“. Schön zurückhaltend begonnen, hatte Kartak dabei Raum für stimmliche Steigerungen gelassen. Hell und klar meisterten die Soprane dann Bartholomäus Gesius‘ „Ich steh an deiner Krippen hier“. Mit seinen Melodiewiederholungen wirkte das Stück fast meditativ eindringlich. Weich wiegend und in sich kreisend klang danach Franz Lehrndorfers „Schlaf sanft und wohl“, leicht drängend und in den Schluss leicht aufgelöst Heinrich Kaminskis „Joseph, lieber Joseph mein“. Den Höhepunkt des Konzertes bildete schließlich „Stille Nacht“ in einer Neukomposition von Kurt Bikkemberg. Der hatte sein Stück in den Chorklang aufgefächert, sodass der Eindruck des musikalischen Schwebens entstand.

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