Kammerchor Crailsheim

Chor and More

Sommerkonzert

07.07.16 (Allgemein)

Kammerchor Crailsheim bietet Schlager, Spirituals, Jazziges und Klassisches

Für das Sommerkonzert des Crailsheimer Kammerchores hatte Chorleiterin Bettina Kartak ein stilistisch bunt gemischtes Programm zusammengestellt.

Der Crailsheimer Kammerchor unter der Leitung von Bettina Kartak in der Christuskirche in Crailsheim, wo die Sängerinnen und Sänger ein buntes Programm zum Besten gaben.

Gesungen wurde am vergangenen Samstag im Saal der evangelischen Gemeinde in Honhardt und einen Tag später in der Christuskirche in Crailsheim.

Dort verfolgten etwa 90 Besucher die Wechsel zwischen alten Weisen, klassischen Tönen, moderner Chorliteratur, Schlagern, Jazzsongs, Spirituals und unterhaltsam-ausgelassenen Chorwerken. Dazu zählt sicherlich Paul Draytons „Masterpiece“, ursprünglich für das Vokalensemble der „King‘s Singers“ geschrieben.

Die Sängerinnen und Sänger des Kammerchors hatten sich einen Ausschnitt daraus über die Familie des Walzerkönigs Johann Strauß – und versehentlich auch über Levi Strauss – herausgesucht. Das kompositorisch etwas überwitzig gestaltete, aber doch einige Ansprüche an die Vokalisten stellende Stück meisterte der Kammerchor hervorragend.

Das lässt sich auch von Paul Peuerls „O musica, du edle Kunst“ festhalten, einem Werk aus dem 16. Jahrhundert. Schön klar waren hier die einzelnen Stimmverläufe herauszuhören, sodass das Ineinandergreifen der Stimmen, die Mehrstimmigkeit und die imitatorischen Momente zum Genuss wurden.

Zart und mit schlichter Einfachheit intonierten die Choristen Goethes „Mit einem gemalten Band“ zur Melodie des Variationensatzes aus Wolfgang A. Mozarts A-Dur-Klaviersonate KV 331. Ausdrucksvoll gelang später die Wiedergabe von Jean Paul Egide Martinis 1784 geschriebenem „Plaisir d‘amour“, das viel später, 1961, durch Elvis Presley als „Can‘t Help Falling In Love With You“ weltbekannt wurde.

George David Weiss soll es für ihn geschrieben haben – oder eher abgeschrieben. Tatsächlich von diesem Komponisten stammt jedoch das 1967 für Louis Armstrong verfasste „What A Wonderful World“. Der Crailsheimer Kammerchor brachte es keineswegs kitschig, sondern sanft empfunden zu Gehör.

Ein richtiger Jazzsong war dagegen Marvin Fishers elf Jahre zuvor komponiertes „When Sunny Gets Blue“, an dem kaum eine Jazzsängerin der 1950er-Jahre vorbeikam. Vom Kammerchor wurden bei der Wiedergabe die Jazzharmonien schön herausgestellt. Eine sehr ausdrucksvolle Sopraneinlage kam hinzu.

Warm getönt, fast innig war später noch das Spiritual „Nobody Knows The Trouble I‘ve Seen“ zu hören. Thomas Blumenstocks Solo wurde dabei von den anderen Sängern weich gebettet. Klanglich vergleichbar war eine andere Chorweise: Jan Sandströms „Across The Bridge Of Hope“ auf einen Text des im nordirischen Bürgerkrieg getöteten Shaun MacLaughlin.

Die ernsthaften Töne kontrastierten wunderbar zum Volkslied „Zum Tanze, da geht ein Mädel“, das beschwingt und ausgelassen tänzerisch dargeboten wurde – Knalleffekt inklusive. Ähnlich wirkte Georg Riedels für einen Pippi-Langstrumpf-Film geschriebenes „Faul sein ist wunderschön“ zwischen Jazzsong und Spiritual.

Schlagertöne rahmten das Konzert ein. Dazu gehörte Peter Igelhoffs effektvoll vorgetragenes „Wir machen Musik“, das im gleichnamigen Film von 1942 von Ilse Wener gesungen und gepfiffen wurde. Verwegener hätte man sich Hans Unterwegers „Männer mag man eben“ vorstellen können – nicht von der Wiedergabe, sondern von der Komposition.

Und am Ende sang der Crailsheimer Kammerchor noch Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde“ ruhig und entspannt. Dem folgten lang anhaltender Beifall vom Publikum und eine Zugabe.

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