Kammerchor Crailsheim

Chor and More

Herbstkonzert der Crailsheimer Vereine

02.11.17 (Allgemein)

Von Bach bis zum Freiheitslied

Ralf Snurawa |
  • Der Crailsheimer Kammerchor wagte sich an Bach.
    Der Crailsheimer Kammerchor wagte sich an Bach. Foto: Ralf Snurawa

Beschwingt eröffnete die Chorgemeinschaft Altenmünster-Ingersheim das Herbstkonzert der Crailsheimer Chöre mit dem Stück „Musik kennt keine Grenzen“. Eine Hälfte dieser Chorgemeinschaft, die mittlerweile auch schon seit 50 Jahren besteht und die nach dem allzu frühen Tod Arnulf Brenners mit Katharina Hayer eine neue Leitung präsentierte, ist der Sängerbund Eintracht Ingersheim – das Geburtstagskind also, wenn man im gestandenen Alter von 125 davon sprechen kann.

Ehrung zum 125.

Und einer, der in diesem Chor mitsingt, ist Alfred Schmidt. Er ist außerdem stellvertretender Vorsitzender des Hohenloher Chorverbands. Am Samstag wurde er in dieser Funktion und im Auftrag des Schwäbischen wie des Deutschen Chorverbands tätig. Nach einem empfunden und weich getönten „Blicke herab“ der Männerchöre Tiefenbach-Triensbach unter der Leitung von Jolanta Hofmann und nach gewitzt wie schön aufblühend gespielten Stücken des jungen Klarinettenquartetts „Klariva“, übergab Schmidt eine Ehrenurkunde an Erich Reiter und Dieter Loch, die beiden Vorsitzenden des Sängerbundes, sowie einen „ansehnlichen Betrag“ zum Vereinsjubiläum.

Alfred Schmidt unterstrich die Bedeutung des Sängerbundes auch für heute: „Der Verein ist im Crailsheimer Teilort ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens.“ Der Sängerbund habe sich in der Chorgemeinschaft stark entwickelt. Gemeinsam seien viele Auslandsreisen mit Auftritten unternommen worden. Allein im tschechischen Marienbad sei man schon dreimal gewesen.

Der von dort stammende befreundete Fontána-Chor war eigens zum Jubiläum nach Crailsheim gekommen. Unter Leitung von Pavel Urban nahmen sich die Sänger Zdenek Lukás „Missa brevis“ an: mit klanglicher Intensität, Sinn für beschwörende Melodieformeln, tänzerischen Momenten und innig-nuanciertem Vortrag. In anderen geistlichen Stücken wiederholte sich dieser Eindruck. Besonders innig geriet dem Chor Dmitri Bortnjanskis „Cherumbimskaja“. Eine andere Komposition des Russen brachte später die Chorgemeinschaft Altenmünster-Ingersheim mit nicht weniger Innigkeit zum Klingen: „Tibje pajom“.

Musikalischer Genuss

Zuvor hatte der Crailsheimer Kammerchor mit Bettina Kartak als Dirigentin Teile aus Johann Sebastian Bachs gesanglich anspruchsvoller Motette „Jesu meine Freude“ gesungen. Transparent vorgeführte Mehrstimmigkeit wie packende Textausdeutung ließen die Wiedergabe zum Genuss werden.

Klangliche Weite fingen die „Klangfärberinnen“, der Frauenchor des Sängerbundes Altenmünster, unter Leitung von Corinna Just zu Volksliedern wie „Wie lieblich schallt“ und „O du stille Zeit“ ein. Die von Alexander Obermaier geleiteten „Vielharmoniker“ vom gleichen Sängerbund sorgten für klanglichen Kontrapunkt: Ein mit Witz vorgetragenes „Girls, Girls, Girls“ gehörte ebenso dazu wie das mit Herz gesungene „Übern See“ und das mitreißende südafrikanische Freiheitslied „Tshotsholoza“, zu dem das am Ende begeisterte Publikum mitklatschen, mit den Fingern schnippen und den Füßen stampfen durfte.

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